Freitag, 23. November 2018

Die Krämers- Hochzeitsvorbereitungen und ein Geburtstag


Ganz kurz bevor wir zur eigentlichen Folge kommen, hier mal wie Chips aussieht, wenn ich sie ne zeitlang sich selbst überlasse:
Sie ist dann zwar nicht krank (ich sag ja Streuner und ihr Immunsystem ^^), aber sie steht vor Dreck. Doch das kann man ja leichter und schneller wieder beheben, als das mit dem krank sein.
Und jetzt geht’s los.

Was bisher geschah: Bruno und Rosalie haben am Liebestag beschlossen sich zu trauen. Liam hat den ersten Herzschmerz ohne es richtig zu merken und Penny beschließt auszuziehen und gründet in ihrem neuen Heim mit Elias eine eigene Familie und bringt Baby Emilia zur Welt.

Die Hochzeitsvorbereitungen im Hause Krämer laufen auf Hochtouren, doch vor der eigentlichen Hochzeit steht noch ein anderer besonderer Tag ins Haus. Der kleine Liam hat lange darauf gewartet, doch jetzt hat er endlich Geburtstag und wird ein Teenager. Wobei der Tag am Morgen schon Recht seltsam anfängt. Auf Toilette wird ihm nämlich vom Staubsaugerroboter „Glubschi“ aufgelauert
Das findet Liam dann doch irgendwie unheimlich. Aber seine gute Laune und seine Vorfreunde auf die Feier und die Geschenke lässt er sich trotzdem nicht vermiesen
Nicht nur die zweibeinigen Bewohner des Hauses haben ordentlich Geschenke für Liam besorgt, nein auch Chips ist extra früh aus ihrem Hundekörbchen gehüpft und hat für ihr kleines Herrchen ein hundetastisches Geschenk besorgt und muss das auch gleich der ganzen Welt kundtun
Da war jetzt zwar nur ein Hundespielzeug drinnen, aber der Gedanke zählt ja.

Schon nach dem Frühstück, Liams Geburtstag fällt auf einen Sonntag, trudelt die Familie ein, um mit ihm zu feiern. Das ist schon ziemlich cool, wenn alle Erwachsenen für einen singen, wenn man noch überlegt, was man sich wünschen soll, findet Liam
Mit so viel Unterstützung ist es dann auch ein Leichtes die Kerzen auszupusten
‚Hach, jetzt ist auch schon mein kleiner Liam ein Teenager‘, Svea wird ganz wehmütig, wie sie ihr Nesthäkchen da schon fast erwachsen vor seinem Kuchen stehen sieht
Liam findet die Frisur von seinem Baldschwager Bruno übrigens so cool, dass er die auch gleich mal ausprobieren wollte. Dummerweise haben sein Arzt neulich bei ihm Kurzsichtigkeit festgestellt und deswegen muss er jetzt eine Brille tragen, aber die findet er eigentlich echt doof.
Aber trotzdem setzt er sich erstmal zu den anderen, damit sie in Ruhe seinen Geburtstagskuchen verputzen können
‚Ohje‘, denkt sich Greg. ‚Ich glaube beim nächsten Geburtstag muss ich zwei Kuchen backen. Langsam ist einer zu wenig.‘, stellt er fest, als nicht alle Gäste ein Stück Kuchen abbekommen.
Plötzlich wird es auf einmal laut auf der Terrasse.
„Na Liam versuchst du einen auf cool zu machen und kopierst den Freund deiner Schwester. Hast wohl selber keine Ideen für eine geile Frisur. Und diese Streberbrille sieht ja wohl mal oberpeinlich aus. Ich hoffe damit erscheinst du morgen nicht in der Schule, sonst tu bitte so, als wenn du mich nicht kennst.“, beleidigt Ken seinen Cousin.
„Ich glaub bei dir hakts. Was glaubst du eigentlich wer du bist?“, bei sowas ist Liam ziemlich dünnhäutig wie es scheint. Und weil er eh schon ein kleiner Hitzkopf ist und von Natur aus schon schnell aus der Haut fährt
Dauert es auch nicht lange und die beiden Cousins liefern sich eine handfeste Prügelei auf der krämerischen Terrasse
Doch der Kampf währt nicht lange. Obwohl Liam gerade erst den Kinderschuhen entwachsen ist, scheint er seinem Cousin schon körperlich um einiges überlegen zu sein. Nach ein paar kurzen Schlägen und diversen anderen Attacken hat Liam Ken in die Schranken gewiesen
„So Cousin lass dir das eine Lehre sein. Mach dich nicht nochmal über mich lustig, sonst kannst du was erleben.“, zufrieden klopft Liam sich den Staub von der Hose und macht sich dann auf den Weg in sein Zimmer, um sich umzuziehen und die ungeliebte Brille loszuwerden. Ken hatte zwar Recht mit der Brille und auch die Frisur ist ja nur kopiert und nichts Eigenes, aber das gibt Ken trotzdem nicht das Recht so über ihn herzuziehen, findet Liam. Schnell hat er seine Haare aber zu einer Frisur arrangiert, die ihm, wie er findet tausendmal besser steht. Auch die Brille tauscht er schnell gegen ein paar Kontaktlinsen aus und in seinem gut gefüllten Kleiderschrank, findet er auch noch ein paar echt trendige Klamotten


Zufrieden mit sich und seinem neuen Aussehen, macht er sich wieder auf den Weg nach unten. Da haben sich alle mittlerweile nach drinnen verzogen, draußen war es einfach zu heiß und die Sonne hat schon alle ganz kirre gemacht. Penny hat zur Party auch ihre kleine Tochter Emilia mitgebracht und Rosalie wundert sich wie groß die Kleine schon wieder geworden ist
„Na meine Süße, drückst du deine Tante mal ganz doll.“, kniet sie sich zu ihr runter. Emilia ist da ziemlich umgänglich und lässt sich anstandslos von Rosalie knuddeln.
„Oh man du bist aber schon wieder groß geworden. Das geht ja so schnell bei euch Kindern. Aber du bist ja immer noch so ein niedlicher Sonnenschein, wie nach der Geburt“, da kommen ganz neue Gefühle in Rosalie hoch, wenn sie sich so mit Emilia beschäftigt.
„Hoch, hoch“, fordert diese plötzlich und möchte, dass ihre Tante sie auf den Arm nimmt
Diesen Wunsch erfüllt Rosalie ihr natürlich sofort. „Spielen“, fordert Emilia dann weiter und schon wirbelt Rosalie sie im Kreis herum und Emilia quietscht fröhlich vor sich hin
Auch die umstehenden Familienmitglieder sind ganz entzückt von der Szene
Penny freut sich ganz besonders, dass sich ihre Tochter so gut mit Rosalie versteht. Aber auch Bruno steht gar nicht weit entfernt und beobachtet seine Verlobte, wie sie liebevoll mit dem Kleinkind spielt. ‚Sie wird mal eine tolle Mama!‘, denkt er ganz sehnsüchtig und irgendwann kann er gar nicht anders und wird so angesteckt von dem Lachen der beiden, dass er sie dann richtig anfeuert
Hinterher ist Rosalie ganz schwindelig. Sie hat Emilia wohl einmal zu viel rumgewirbelt, sie muss sich erstmal setzen. Bruno nutzt die Gelegenheit und pirscht sich unauffällig an Emilia ran, mal testen, wie Kinder so auf ihn reagieren. Wäre ja ungünstig, wenn seine Kinder in später zum Gruseln finden. Aber er braucht sich gar keine Sorgen machen. Emilia findet ihren großen Onkel Bruno zwar ziemlich interessant, aber kein bisschen furchteinflößend. Fröhlich lächelt sie zu ihm hoch und bei Bruno breitet sich ein warmes Gefühl in der Nähe seines Herzens aus

Liam hat langsam keine Lust mehr auf so viel Familienkitsch und geh lieber eine Runde am Strand Joggen. Schließlich muss er schnell fit werden, damit er am Auswahlspiel für die Footballmannschaft teilnehmen kann
Und während er da so am Strand umherjoggt, begegnen ihm eine Menge Menschen und zwar nicht nur Männer. Kaum ist Liam ein Teenager scheint er schon ziemlich großes Interesse am anderen Geschlecht zu zeigen. Vor allem an älteren Frauen. Mädchen in seinem Alter hat er schon vor Wochen beschlossen, sind einfach nichts für ihn, die verarschen einen sowieso nur, da hat er keine Lust drauf. Wie es dann der Zufall so will, entdeckt er dann beim Laufen eine Frau die ihm durchaus gefallen könnte
‚Gut‘, denkt er sich ‚Könnte jetzt mal ein Stück Kuchen weniger sein, aber wenigstens hat sie ein schönes Gesicht.‘ Liam strotzt nur so vor Selbstbewusstsein und hält sich für den tollsten Hecht am Strand. Außerdem so mit freiem Oberkörper, wer soll ihm da schon wiederstehen können? Also spricht er die fremde Frau einfach an. „Entschuldigung, darf ich dich mal auf etwas aufmerksam machen?“, fragt er
Die Frau guckt ein wenig verwirrt. Hat sie was verloren und es nicht gemerkt oder hat sie etwa Klopapier an den Füßen. „Ja, auf was denn?“, will sie wissen. „Na auf mich!“, selbstbewusste zeigt Liam auf sich.  Also so plump ist sie ja noch nie angemacht worden, aber irgendwie ist der Kerl ja auch ganz niedlich findet sie und deswegen lässt sie sich auch bereitwillig von ihm zuquatschen, bis es dunkel wird. „Huch, so spät schon. Ich muss dann. Ich hab ja deine Nummer. Bis dann.“, verabschiedet sich Liam und macht sich aus dem Staub
Also diese zwanglose Flirterei gefällt ihm echt gut.

Svea und Greg fanden es ziemlich unhöflich, dass Liam mitten in seiner Feier verschwunden ist, aber so hatten sie während seiner Abwesenheit wenigstens die Chance in Ruhe sein Geburtstagsgeschenk vorzubereiten. In aller Eile haben sie nämlich sein altes Kinderzimmer in ein standesgemäßes Jugendzimmer verwandelt, mit allem, was dazu gehört
‚Hoffentlich freut er sich über sein neues Reich‘, schwelgt Greg in seinen Gedanken., während er nach dem anstrengenden Tag ein Bad nimmt. Auf einmal kann er die Augen kaum noch offenhalten und döst einfach ein
Ein Bad in so einem erschöpften Zustand zu nehmen, war wohl doch keine so gute Idee, denn von einem Moment auf den anderen rutscht er im Halbschlaf unter Wasser
Durch das unerwartete Wasser in der Nase, wird er wach und schreckt hoch
‚Ohje, ich glaube jetzt wäre ich beim Baden fast ertrunken. Ich bin wohl langsam wirklich nicht mehr der Jüngste. Solche Tage machen mich echt fertig.‘ Bevor noch schlimmeres passiert, steigt er lieber schnell aus der Wanne und legt sich ins Bett. Am nächsten Morgen scheint die Müdigkeit wie weggeblasen und Greg fühlt sich auch fit genug, um trotz Regenschauer einen Spaziergang mit Chips zu wagen
Was ihm dabei gar nicht auffällt ist, dass er ohne Schuhe losgegangen ist, nur auf Socken
‚Das darf ich auch keinen Fall Svea erzählen. Die denkt sonst noch ich werde schon senil. Was ist denn bloß los mit mir im Moment?‘, wundert er sich. Gedankenverloren geht er ins Haus und setzt sich erstmal an den PC und surft ein wenig im Internet.
Aber nicht nur Greg schaffen die Spaziergänge mit Chips ganz schön. Auch sie selber ist ziemlich fertig von dem Ausflug mit Herrchen und kippt einfach so mitten im Raum um und schläft

Als Bruno abends nach Hause kommt, hat er seine erste Beförderung in der Tasche
Und auch gleich einen neuen Anzug dazu bekommen
Gerade wollte er ins Haus gehen und seiner Familie davon erzählen, da klingelt sein Handy. Schon als er die Nummer auf dem Display erkennt, stöhnt er laut auf. ‚Na super, auf die habe ich ja jetzt überhaupt keine Lust.‘ Missmutig hebt er ab. „Mutter, was willst du?“, fragt er knapp ins Telefon. Eine Weile sagt er gar nichts und lässt sie reden, dann macht er ein ärgerliches Gesicht. „Unterstehe dich, das wirst du nicht. Bleib wo du bist, ich komme zu dir.“  Verärgert macht er sich auf den Weg in sein altes Haus, dass nur 15 Minuten Fußmarsch entfernt ist
Dort angekommen, wartet seine Mutter schon auf ihn. Entschieden geht er auf sie zu und will sie zur Rede stellen
„Sag mal, was soll das? Erst merkst du nicht, dass ich ausgezogen bin. Danach rufst du einmal kurz an und dann Wochen wieder nicht mehr und heute meldest du dich und willst unbedingt vorbeikommen. Jahrelang interessiert es dich einen Scheißdreck, was ich mache oder wo ich bin und plötzlich tust du so, als wenn es dich richtig interessiert, mit wem ich meine Zeit verbringe. Glaubst du eigentlich ich bin doof?
Zum ersten Mal in meinem Leben seit Granny gestorben ist, bin ich endlich wieder richtig glücklich und daran bist du nicht wirklich beteiligt. Du hast mir ja mehr als einmal zu verstehen gegeben, dass du mich gar nicht willst und jetzt habe ich nach langem Suchen endlich Menschen gefunden, die mich lieben und mich nehmen wie ich bin.“
Langsam wird es Brunos Mutter zu bunt, was glaubt er eigentlich, mit wem er da redet. Das lässt sie sich nicht gefallen
„Sag mal wie sprichst du eigentlich mit deiner Mutter?“, holt sie aus. Bruno schnaubt verächtlich. Seit, wann verhält sie sich denn wie eine Mutter? „Jahrelang habe ich dich hier bei mir wohnen lassen. Hab dir Essen in den Kühlschrank gestellt und was zum Anziehen gekauft. Und wie dankst du mir das jetzt? Ich hätte dich auch einfach weggeben können damals. Aber hab ich das. Nein, ich hab dich behalten und dich großgezogen.“
„Großgezogen hast nicht du mich, sondern meine Oma. Du warst ja nie zu Hause. Weder in unserem alten Zuhause, noch hier. Wäre vielleicht besser gewesen, wenn du mich weggegeben hättest.“
Das Gespräch läuft ganz und gar nicht so, wie Gina Windhain es sich erhofft hatte. So feindselig hat sie ihren Sohn noch nie erlebt. „Jetzt pass mal auf, ob du es willst oder nicht, ich bin immer noch deine Mutter.“ „Ja, leider“, murmelt Bruno. Gina überhört seinen Kommentar wissentlich und redet weiter. „Und weil das nun mal so ist, war ich auch diejenige, die all die Jahre für dich aufkommen musste und selber zurückgesteckt hat.“ „Wo das denn?“, fährt Bruno sie an. Wieder ignoriert sie ihn. „Die ganze Zeit musste ich mir billige Klamotten von der Stange kaufen und mich an die Türsteher ranschmeißen, damit ich in die Clubs umsonst reinkomme. Findest du nicht, dass es Zeit wird, dass du mir für meine Opfer auch mal was zurückgibst? Schließlich hast du doch jetzt einen Job und wohnst bei so reichen Schnöseln. Da wirst du ja wohl ein paar Simoleons für deine Mutter überhaben.“
Geknickt lässt Bruno den Kopf hängen. Er hat ja geahnt worauf das hinauflaufen wird, wenn sie herausfindet, mit wem er da zusammengezogen ist. Doch ein kleines bisschen Hoffnung, dass es anders laufen würde, hatte er trotzdem. Diese Hoffnung hat seine Mutter aber gerade zerstört
„Also geht es dir wieder nur mal darum. Ums Geld.“, resigniert schüttelt er den Kopf. „Weißt du was, hier nimm.“ Er überreicht ihr ein großes Paket mit Geld darinnen, dass er vorsorglich schon mal fertig gemacht hat. Gina staunt nicht schlecht, als sie es öffnet und darin eine ganze Menge Simoleons findet. Zufrieden grinst sie
„Da hast du deine Auslagen. Wahrscheinlich auch noch viel mehr, als du in den 24 Jahren für mich ausgegeben hast. Nimm es und lass dir eines gesagt sein.
Dieses Geld stammt nicht von meiner neuen Familie, die mich wirklich wie einen Sohn behandeln. Dieses Geld habe ich zusammengespart. Ich würde die Krämers niemals für dich beklauen, hast du verstanden. Und noch was. Das ist das einzige Mal, dass du Geld von mir bekommst. Solltest du dich nochmal bei mir melden oder sogar meiner Familie auflauern, dann glaub mir, wenn ich dir sage, dass ich dann ganz andere Methoden auffahre. Also merk dir das. Lass uns in Ruhe. Nimm dein Geld und zieh von mir aus woanders hin. Weit weg und ruf mich nie wieder an.“ Ohne auch nur darauf zu achten, ob seine Mutter darauf reagieren will, dreht er sich um und geht mit selbstbewussten Schritten nach Hause.
Wieder zu Hause angekommen ist er noch so aufgewühlt, dass er noch nicht ins Haus gehen mag. Er marschiert einmal um es herum und legt sich auf die Terrasse und schaut in die Sterne. Doch anders wie früher, achtet man hier im Hause Krämer aufeinander und es dauert nicht lange, bis Greg Bruno entdeckt und sich zu ihm legt

„Na Großer, alles klar?“, fragt Greg ihn. „Hm“, brummt Bruno nur. „Scheiß Tag gehabt?“ Wieder brummt Bruno zustimmend. „Willst du mir davon erzählen?“. „Weiß nicht, ich glaube nicht. Also noch nicht. Vielleicht irgendwann mal. Aber nicht heute. Heute will ich einfach nur hier liegen und mir die Sterne angucken und wenn du mir dabei ein bisschen Gesellschaft leisten magst, macht das meinen Tag schon um eine ganze Ecke besser.“ Gregs Auftauchen hat Bruno wirklich schon wieder aufgemuntert. Wieder einmal ist er dankbar für seine neue Familie. Nach einiger Zeit steht Bruno auf und hilft Greg hoch. Zusammen gehen die beiden wieder ins Haus und Bruno schlüpft zu seiner Verlobten unter die Decke, die er in dieser Nacht ganz fest im Arm hält und sich selber schwört sie nie wieder los zu lassen. Wenn er mal Vater ist, dann macht er alles besser, beschließt er und schläft zufrieden ein.

Der Hochzeittermin rückt unaufhörlich näher und auch das Aussuchen des Kleides lässt sich nicht länger aufschieben. An einem schönen Sommermorgen beschließen Rosalie, Penny und Svea loszuziehen. Allerdings erst gegen Nachmittag. Vorher muss Penny noch ein paar Besorgungen machen, irgendwas mit Hochzeitsgeschenk hat sie am Telefon gemurmelt. Auf jeden Fall bittet sie Rosalie solange auf Emilia aufzupassen. Die stimmt natürlich sofort zu, schließlich hat sie die Kleine schon in ihr Herz geschlossen und freut sich auf einen ganzen Vormittag mit ihr. Auch Emilia freut sich ihre Tante endlich mal wieder zu sehen und lässt ihren ganzen Kleinkindcharme beim Rosalie spielen
Zuerst gehen die beiden hoch in Emilias Zimmer, dass Mama Penny dann doch noch ein bisschen umgestaltet hat, damit es mehr nach einem Mädchenzimmer aussieht, und spielen mit ihrem Puppenhaus
Irgendwann vermisst Emilia dann aber doch ihre Mama, die war noch nie solange weg, und muss plötzlich weinen
Vielleicht ist ihr aber auch einfach nur zu warm in der warmen Latzhose. Also zieht Rosalie sie schnell um und lässt sich von dem Weinen nicht aus der Ruhe bringen.
„Komm, willst du mir mal deine tollen Bauklötze zeigen?“, lenkt sie sie ab und zusammen bauen sie den höchsten Turm, den Emilia jemals gesehen hat.
Aber auch das hält nicht lange als Ablenkung her und Rosalie versucht es mit einer Geschichte über eine mutige Prinzessin, die sich mit dem bösen, gefährlichen Drachen anfreundet, der ihr Königreich bedroht
Gerade als Rosalie fertig ist mit Erzählen und Emilia schon wieder anfangen will zu weinen, geht unten die Tür auf und Penny ist wieder da. Sie hat auch gleich Elias mitgebracht, der jetzt den Kinderdienst übernimmt, damit die Frauen Hochzeitskleid shoppen gehen können.
Zu dritt machen sie sich also dann auf den Weg in die Stadt in das Brautmodengeschäft ihres Vertrauens. Mama Svea weiß schon ganz genau, wie ihre kleine Prinzessin aussehen soll. Romantisch muss es sein und wahrhaft wie eine echte Prinzessin. Sie wird ihre Tochter schon in die richtige Richtung lenken. Die Verkäuferin zeigt der Braut zu Beginn ein eher schlichtes Modell
Zu schlicht, da sind sich alle drei einig. Aber die Verkäuferin hat dasselbe Modell auch noch einmal in einer detaillierteren Ausführung
Aber auch da macht es nicht wirklich klick bei Rosalie. Also weiter zum nächsten Kleid. Dieses Mal ein schulterfreies Kleid mit einer großen Schleife um die Taille, als Hingucker
„Schon ganz nett“, meint Svea. „Aber wenn ich ehrlich sein darf, sieht es nicht wie dein Kleid aus. Mit gefällt die Form nicht.“ Rosalie auch nicht wirklich, also geht sie das nächste Kleid anprobieren. Als nächstes hat die Verkäuferin ein sehr enges schlichtes Kleid für Rosalie.
Der Schnitt schmeichelt durchaus ihrer Figur und der Rücken ist ein echter Augenschmaus
Doch ist auch dieses Kleid einfach wieder zu schlicht.
Auch das fünfte Kleid kann die drei Damen nicht überzeugen
„Die Spitze ist zwar ganz schön, aber das wars dann auch.“, meint Penny. „Der Schnitt ist grauenhaft, darin siehst du aus wie, ich weiß auch nicht. Einfach nicht gut.“ Das Kleid geht zurück auf den Haken.
Langsam wird die Verkäuferin ein wenig nervös. Viele Kleider hat sie nicht mehr und diese Kundinnen scheinen nicht leicht zufrieden zustellen sein. Hoffentlich sagt ihnen das nächste Kleid endlich mehr zu
„Oh, ich liebe dieses Oberteil“, schwärmt Rosalie. „Und schaut euch den Rücken an. Ein Traum
Aber der Rock lässt doch sehr zu wünschen übrig. Irgendwie seht es nicht so aus, als wenn beides zusammengehört. Ich glaube nicht, dass es das wird. Haben sie vielleicht noch eines, dass ich anprobieren kann?“ Wenn man ganz genau hinsieht, kann man jetzt kleine Schweißperlen auf der Stirn der Verkäuferin erkennen, doch die lässt sich nichts anmerken und holt ihren letzten Trumpf aus dem Lager
Als Rosalie das Kleid angezogen hat und sich zum ersten Mal damit im Spiegel sieht, sagt sie erstmal gar nichts und macht nur große Augen. Ist das wirklich sie da im Spiegel? „Meine Güte ist das schön!“, flüstert sie. Andächtig dreht sie sich einmal um die eigene Achse. „Ich liebe es!“, lächelt sie der Verkäuferin zu. Erleichtert atmet dieses aus. Draußen warten Svea und Penny schon gespannt auf das nächste Kleid und sind genauso sprachlos wie Rosalie. Penny meint sogar ein kleines Freudentränchen in den Augen ihrer Mama zu sehen. „Rosalie du siehst bezaubernd aus.“, haucht sie. „Wie eine echte Prinzessin“, fügt Penny hinzu. „Ich glaube das ist mein Kleid. Das nehme ich. Zustimmend nicken ihre Mama und ihre Schwester und mit einem Hochzeitskleid unterm Arm machen sich die drei auf den Weg das Outfit mit Schuhen und anderen Accessoires komplett zu machen.

Jetzt dauert es auch gar nicht mehr lange. Nur noch einen Tag bis zur Hochzeit. Greg fängt schonmal an das Essen für die Gäste zu brutzeln. Zu einer Sommerhochzeit gehören schließlich ein paar richtige Grillgerichte
Sogar Liam hilft mit, der sich eigentlich seit er ein Teenager ist, lieber eher um sich selber kümmert. Er beschäftigt Chips, damit die nicht die ganze Deko umreißt
Und kümmert sich für seinen Papa um dessen Garten, wenn auch widerwillig. Eigentlich würde er nämlich viel lieber im Pool seine Runden ziehen
Auch der Garten nimmt langsam Form an. Der Bogen steht und die Stühle für die Gäste sind auch aufgestellt.
Für das Hochzeitsmahl danach sind auch schon genügend Tische aufgestellt worden.
Am Tag der Hochzeit sind alle mächtig aufgeregt, aber packen trotzdem mit an, damit der Tag so schön wird, wie Bruno und Rosalie es verdient haben. Bruno selber kümmert sich darum, dass die Terrasse blitzblank ist.
Greg ist zuständig für das Buffet und legt letzte Hand an an die Hochzeitstorte
Dann dauert es auch schon nicht mehr lange und die ersten Familienmitglieder trudeln ein.
Anscheinend haben Kengo und Elias denselben Schneider, denn peinlicherweise kommen sie im selben Anzug.
Auch für Rosalie wird es Zeit sich in ihr finales Outfit zu schmeißen und geht deswegen nach oben sich umziehen
Fix und fertig sitzt sie dann nervös mit ihrer Mama auf dem Sofa in ihrem Schlafzimmer und wartet darauf, dass die Trauung endlich losgeht

Fortsetzung folgt…





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