Mittwoch, 28. November 2018

Die Krämers- Brunos und Rosalies Flitterwochen in Selvadorada Teil 2


Was bisher geschah: Bruno und Rosalie haben sich das Ja-Wort gegeben und die Familie hat für sie ein paar Tage Flitterwochen in Selvadorada organisiert. Gleich am ersten Tag machen sich die beiden auf in den Dschungel, aber haben dort nicht besonders viel Glück. Eine Vergiftung, Spinnen und Fledermausattacken sind nur ein paar der Katastrophen, die sie zu verfolgen scheinen. Sie brechen ihr Abenteuer ab und erkunden lieber noch ein bisschen den Markt. Dort trifft Bruno in der Bar auf Pennys Ex Matías und liefert sich eine Prügelei mit ihm, wobei Matías zu unfairen Mitteln greift.

Zurück in der Unterkunft ist Bruno immer noch ein bisschen benommen.

„Sicher, dass wir nicht doch zum Arzt gehen wollen?“, besorgt betrachtet Rosalie ihren Mann.
„Nein, nein, alles gut. Die Wirkung hat auch schon nachgelassen, ich brauch nur noch eine Mütze voll Schlaf und morgen bin ich wieder der Alte, versprochen“, versichert Bruno ihr. Skeptisch zieht sie die Augenbraue hoch, aber erwidert nichts. In dieser Nacht haben die beiden nicht so wirklich das Gefühl in den Flitterwochen zu sein, aber tatsächlich scheint es Bruno am Morgen sehr viel besser zu gehen. Nach der Pleite am Abend davor hat Rosalie sich überlegt ihren Mann damit zu überraschen, dass sie noch einmal bereit wäre für einen Streifzug durch den Dschungel, aber zuerst muss sie diese dumme Übelkeit loswerden.

„Guten Morgen mein Liebling“, begrüßt Bruno sie gut gelaunt, als sie verstohlen aus dem Bad kommt. „Geht’s dir gut?“, will er wissen.
„Ja, alles bestens. Ich komm nur mit dem Essen hier nicht klar. Aber mal was ganz anderes. Gestern war ja nicht so unser Tag. Erst geht die Sache im Dschungel in die Hose und dann deine Begegnung mit diesem miesen Ex von meiner Schwester. Ich glaube den Tag streichen wir einfach aus unserem Gedächtnis. Trotzdem finde ich das irgendwie doof, dass wir uns jetzt schon bis zum Tempel durchgeschlagen haben und das soll es gewesen sein. Deswegen habe ich mich gestern Nachmittag noch ein bisschen schlau gemacht im Internet und auf dem Markt, wie man das am besten anstellt und ich glaube, wenn du Lust hättest, könnten wir das nochmal versuchen mit dem Tempel. Was meinst du?“
„Ist das dein Ernst Schatz?“, Bruno freut sich wie ein kleines Kind
„Die ganze Zeit überlege ich schon, wie ich dich nochmal in diesen vermaledeiten Dschungel bekomme und dann schlägst du mir das von dir aus vor. Du bist wirklich die beste Ehefrau, die sich ein Sim nur wünschen kann. Von mir aus können wir gleich los. Ich hab mir, also uns, auch extra gestern ganz viel Ausrüstung auf dem Markt besorgt und passende Forscheroutfits. Oh, das wird toll heute, ich fühle das.“ Aufgeregt sammelt er alles zusammen, was er gestern gekauft hat, zieht sich an und macht sich mit seiner Frau auf den Weg zum Dschungeleingang.
Da sie ja schon gestern alle Torbögen und Wege freigelegt haben, sind sie an diesem Morgen nach nur einer viertel Stunde am Tempel angekommen. Sofort macht Bruno sich voller Tatendrang wieder an die Tempelmechanismen. Der erste, den er auslöst, ist leider wieder ein Falscher und eine Ladung Knochenstaub landet erneut in seinem Gesicht, aber Bruno ist vorbereitet und spült sich den Mund einfach mit ganz viel Wasser aus.
Danach läuft alles wir geschmiert. Auch Rosalie findet langsam gefallen an dem Tempelabenteuer und unterstützt ihren Mann tatkräftig bei der Erforschung der Mechanismen.
Sogar die Tempelgeister scheinen ihnen heute gewogen, denn Bruno fühlt sich nach einer erfolgreichen Auslösung eines Mechanismus wie ein ganz anderer Mensch, keiner kann ihm heute was anhaben.
Nach einer Stunde stehen die beiden schon in der letzten Kammer ganz unten und staunen nicht schlecht.
In der Kammer türmen sich alte Relikte und Skelettwächter scheinen die drei Truhen in den Ecken zu bewachen. Aber davon lassen sich die Zwei nicht abschrecken. Rosalie nimmt sich als Erste eine der Truhen vor uns stemmt unter großer Anstrengung den Deckel zur Seite.
Aber auch Bruno muss eine ganze Menge Muskelkraft mobilisieren um seine Truhe aufzustemmen. 
Und so hold ihnen das Glück heute auch war, so ein bisschen holt sie dann doch noch die Pechsträhne von gestern wieder ein.
Zum Schluss bleibt noch eine Truhe übrig und weil Bruno nicht riskieren möchte, dass seine Frau am Ende auch noch mit einem Fluch belegt wird, übernimmt er auch die kurzerhand. Zum Glück passiert aber nichts weiter außer, dass er eine Menge wertvolle Dinge in der Truhe findet.
„Danke, dass du das mitgemacht hast.“, bedankt er sich bei Rosalie.
„Ach gerne doch, ich fand das ja auch ganz witzig und aufregend. Und am Ende ist ja doch ne Menge bei rausgesprungen für uns.“, grinst sie.
„Na aber auf jeden Fall. Jetzt lass uns schnell zurück zur Unterkunft, damit ich mich nochmal gebührend und standesgemäß bei dir bedanken kann.“ Verschmitzt zwinkert er ihr zu.

Wenig später sind die zwei wieder zurück und schon oben im Schlafzimmer. „Also nochmal Danke Rosalie. Das war echt ein super Tag bisher.
Aber jetzt mal Butter bei die Fische.“, guckt er sie ernst an. „Was ist los mit dir? Ich seh doch, dass es dir nicht gut geht, auch wenn du es zu verstecken versuchst. Ich bin ja nicht blind. Seit wir hier angekommen sind, ist dir die ganze Zeit schlecht. Ich glaube kaum, dass das am Essen liegt. Und sowieso scheinst du dich seit unserer Ankunft hier ziemlich unwohl zu fühlen. Gibt es da vielleicht etwas, was du mir sagen willst? Vielleicht etwas, was mit dem Müll im Badezimmer zusammenhängt?“
‚Oh Gott‘, denkt sich Rosalie. ‚Ich hab doch nicht etwa?‘
„Oh man, ich bin so blöd.“ Denkt sie dann laut. „Vielleicht solltest du dich setzen.“ Geduldig setzt Bruno sich auf die Bettkante und Rosalie sich daneben. „Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll. Also wir Krämerfrauen scheinen da ein gewisses Talent für die eine Sache zu haben, die so nie geplant war. Ich fürchte in der Hochzeitsnacht waren wir nicht die einzigen beiden stürmischen.“ Ein wenig peinlich berührt weiß sie gar nicht so recht, wie sie weitersprechen soll. „Ähm, also es ist wohl so, dass deine kleinen Brunos auch ein wenig zu aufgeregt waren und alle Mauern durchbrochen haben. Wenn du verstehst was ich meine.“
Bruno lacht laut auf. „Ja, ich hab das verstanden, was du mir sagen willst, auch wenn du in seltsamen Bildern sprichst. Aber eigentlich wolltest du mir nur mitteilen, dass wahrscheinlich das Kondom in der Nacht nicht das gehalten hat, was es verspricht.“
„Ähm, ja genau. Und weil ich doofe Kuh vergessen habe den Test ordentlich zu entsorgen, weißt du ja bestimmt schon, dass das nicht ohne Folgen geblieben ist. Bruno du wirst schneller als erwartet Vater.“ 


Bruno räuspert sich und versucht sich die Freude über diese Nachricht nicht allzu sehr anmerken zu lassen, aber er kann das das freudige Lächeln einfach nicht abstellen. „Weißt du Schatz, ich würde ja gerne überrascht tun, aber ich hab’s ja geahnt. Und weißt du was, mir ist das sowas von egal, ob das geplant war oder nicht. Oder ob manche Leute behaupten würden es wäre zu früh, sollen die doch reden. Ich freue mich mehr als du wahrscheinlich ahnst. Ein Kind mit dir zusammen, das ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Das setzt allem eigentlich nur noch die Krone auf.“
Wieder einmal ist Rosalie glücklich, dass sie Bruno gefunden hat. Welcher Mann reagiert schon so lässig auf die Nachricht, dass er ungeplant Vater wird.
„Weißt du eigentlich wie sehr ich dich liebe?“ Sie drückt ihm einen Kuss auf die Lippen.
„Also wahrscheinlich nicht mal annähernd so sehr, wie ich dich liebe.“, gibt er zurück.
„So und da du ja jetzt endlich mit der Wahrheit rausgerückt bist, können wir ja morgen dann wieder nach Hause fahren.“
Schockiert blickt Rosalie ihrem Mann ins Gesicht. „Wie nach Hause? Wieso? Wir haben doch noch zwei Tage hier.“
„Du kannst doch nicht ernsthaft annehmen, dass ich meine schwangere Frau diesen Gefahren hier aussetze? Weißt du eigentlich was hier alles lauert? Giftige Spinnen, blutsaugende Fledermäuse und an jeder Ecke irgendwelche Fallen. Ich hatte vorhin im Tempel schon ständig Angst um dich. Also nein, tut mir leid, aber Selvadorada ist keine sichere Umgebung für meine Frau und mein Kind. Nein, beim besten Willen nicht, morgen fahren wir nach Hause.“
„Aber ich möchte dir nicht die Flitterwochen vermiesen. Du hast doch so viel Spaß hier und es ist doch total aufregend hier.“
„Aufregung hab ich demnächst auch zu Hause, dafür muss ich nicht hier bleiben und Spaß hab ich nur, weil ich den mit dir zusammen erleben kann und das wird ein wenig schwierig, wenn ich mir ständig Sorgen um dich mache. Ich hab doch schon alles gesehen, was man hier sehen kann. Ich war im Dschungel, hab nen Tempelschatz ausgehoben und mich geprügelt. Alles in allem, waren es doch ziemlich erfolgreiche Flitterwochen auch wenn sie recht kurz waren.“
„Und es macht dir wirklich nichts aus, wenn wir schon wieder fahren?“
„Nein, ganz und gar nicht. Mir ist am Wichtigsten, dass es dir jetzt gut geht und das geht es dir glaub ich am besten zu Hause bei deinen Eltern und in unserem sicheren Haus.“
„Außerdem…“, flüstert er ihr ins Ohr. „…traue ich mich wahrscheinlich gar nicht dich anzufassen, wenn ich niemanden in der Nähe weiß, der bei Komplikationen sofort zur Stelle ist. Und es wäre doch äußert schade, wenn ich mich bis dahin in Geduld üben müsste, darin bin ich nämlich nicht so gut.“
Da muss Rosalie verlegen kichern. 
‚Hoffentlich denkt er das auch noch, wenn ich dick und rund bin.‘
„So, jetzt aber mal hoch hier und hergezeigt den Bauch. Lass den Papa mal gucken, ob der schon was fühlen kann. Meine Güte, wo hast du den denn die ganze Zeit versteckt?“
 
„Tja, gut oder? War aber gar nicht so einfach. So ein bisschen was versteh ich anscheinend schon von Mode. Man muss nur die richtige Kleidung tragen.“ Liebevoll streichelt Rosalie sich über den schon ordentlich gerundeten Bauch.
„Also wie war das vorhin mit der Ungeduld und so? Ich hab nämlich glaub ich gerade Schwangerschaftshormone und brauch dringend noch mal eine Runde Streicheleinheiten.“
„Oh, also da werde ich natürlich sofort für Abhilfe sorgen“ und schon verschwinden die beiden unter der Bettdecke.
Mitten in der Nacht wird Rosalie dann wach. Es scheint als habe ausgerechnet sie eine von den Schwangerschaften mit heftiger Übelkeit erwischt.
Aber weil der Bruno ja jetzt eh Bescheid weiß, muss sie da nichts mehr länger unterdrücken oder sich auf irgendwelche öffentlichen Toiletten verziehen. Das hätte sie auch gar nicht geschafft, sie schafft es nur noch bis zum Klo nebenan und spült wieder einmal das schöne Essen in die Kanalisation runter. 
‚Ach herrje, vielleicht sollte ich das nächste Mal lieber das Licht anmachen, dann treffe ich auch ordentlich. Gut, dass Bruno noch schläft, dann kann ich das noch schnell sauber machen.‘
Weil sie danach eh nicht wieder schlafen kann, geht sie nach unten in die Küche und jetzt ja auch nach Lust und Laune ihrer neuen Leidenschaft nach Fleisch nachgehen und bereitet sich ein schönes Frühstück mit Eiern und Speck zu.
‚Doch ganz gut, dass wir heute wieder nach Hause fahren.‘, denkt sie sich. ‚Ich glaub das Klima ist nichts für Schwangere hier. Jedenfalls nicht, wenn man das nicht gewöhnt ist.‘
Eine halbe Stunde später ist dann auch Bruno wach und gesellt sich zu ihr. „Taxi kommt gleich in einer Stunde. Wir können gleich noch in Ruhe die Koffer packen und dann geht es Richtung Heimat.“
„Hab ich dir in letzter Zeit eigentlich mal gesagt, dass du der beste Ehemann der Welt bist? Weil das bist du nämlich. Ich hätte zwar gestern noch was anderes behauptet, aber ich bin doch ganz froh, dass wir bald wieder zu Hause sind.“
„Weiß ich doch“, zwinkert er ihr zu und räumt die Teller ab.

Am späten Vormittag kommen sie wieder in Brindleton Bay an. Während Rosalie schon wieder ein heftiger Anfall von Übelkeit überkommt
, freut sich Bruno einfach nur wieder zu Hause zu sein. 
So ein paar Tage woanders ist ja ganz nett, aber zuhause ist es doch am schönsten. ‚Das ich das nochmal denken würde.‘ Außerdem freut er sich schon auf Gregs Gesicht, wenn dieser die gute Nachricht hört.
Doch erstmal ist dieser ziemlich verwundert und besorgt, als er seine zwei Turteltauben viel zu früh wieder im Wohnzimmer stehen sieht. „Bruno, Rosalie, was macht ihr denn schon wieder hier? Ist was passiert? Geht es auch gut? Mensch Kinder, jagt eurem alten Herrn doch nicht so einen Schrecken ein.“
„Nein, Papa, alles ok. Uns geht’s gut. Brauchst dir keine Sorgen zu machen.“
„Ganz sicher? Warum seid ihr denn dann schon wieder hier? Irgendwas muss doch gewesen sein. Ihr habt euch doch nicht gestritten oder? Also wenn ja, ist das ja wohl kein Grund gleich wieder nach Hause zu kommen. So ein kleiner Streit ist doch schnell beigelegt, das passiert schonmal wenn man frisch verheiratet ist und alles neu ausloten muss.“
„Nein, Papa, wir haben uns auch nicht gestritten. Wir verstehen uns immer noch prächtig. Ich erklär dir gleich alles. Aber erst wenn Mama auch da ist.“ Verstohlen muss Bruno im Hintergrund kichern. In dem Moment kommt Svea die Treppe runter. „Ich wusste doch, dass ich eure Stimmen gehört habe. Seid ihr nicht viel zu früh wieder hier? Alles in Ordnung bei euch?“
‚Also wenn Rosalie ihnen nicht endlich mal erzählt was Sache ist, breche ich hier gleich in Tränen aus vor lauter Lachen. Die zwei sind ja zu süß.‘
„Nein Mama, alles Ok. Hab ich Papa auch schon gesagt. Eigentlich ist es sogar ein ganz freudiger Grund, warum wir zwei schon wieder hier sind. Wobei der Bruno mich ein bisschen dazu gezwungen hat, früher wieder zurück zu kommen. Aber egal. Ich leg jetzt gleich mal alle Karten auf den Tisch.
Also Mama, Papa, der Bruno und ich freuen uns euch sagen zu können, dass ihr noch mal Großeltern werdet. Ich bin schwanger.“
„Huch, also das geht ja echt rasant bei euch Mädels. Aber ist ja auch egal. Komm mal her und lass dich drücken. Ich freu mich so für euch.“
Gregs Gesicht ähnelt in dem Moment dem von Bruno, als er die gute Nachricht zum ersten Mal gehört hat und dann bricht es aus ihm raus. „Ich glaub ich werde verrückt. Ich werd schon wieder Opa. Ist das zu fassen. Erst ziert ihr euch so und dann geht das so rasant. Man ist das aufregend. Wann ist es denn soweit? Wird es ein Junge oder ein Mädchen? Zeig dem Opa das mal her. Uh, noch ein Babybauch.“ 
Liebevoll betastet er Rosalies Bauch. Jetzt kann der Bruno doch nicht mehr an sich halten und bricht in schallendes Gelächter aus. „Oh man Greg und ich dachte ich wäre schlimm, aber du toppst mich ja um Längen. Man könnte meinen du bist schwanger so aufgeregt bist du.“
„Na was denn? Ich freu mich halt. Ist doch toll. Ich werde so gerne Opa. Ach was freu ich mich, wenn das Kleine hier durchs Haus wuselt.“
Noch eine ganze Weile stehen die vier im Wohnzimmer zusammen und bewundern Rosalies Babybauch. In der Küche sitzt Liam und kann die ganze Aufregung der Erwachsenen nicht so ganz nachvollziehen. ‚Na toll, noch ein Sim mehr im Haus. Ist doch eh schon voll genug hier.‘, denkt er sich, während er seinen Obstsalat löffelt.

Die Tage ziehen ins Land und Rosalie ist wahrscheinlich die bestumsorget Schwangere in ganz Brindleton Bay und darüber hinaus. Eigentlich kann sie den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen und die Füße hochlegen, ständig kommt jemand rein und fragt, ob sie etwas braucht oder ob es ihr und dem Baby gut geht.
Eigentlich wollte auch Penny schon längst mal bei ihrer Schwester vorbeigeschaut haben, aber sie hat ja auch mit Emilia alle Hände voll zu tun. Doch an Elias nächsten freien Tag, drückt sie ihm die Kleine aufs Auge und meldet sich bei ihrer Schwester zu Besuch an.
„Rosalie, Schwesterherz, wie geht es dir. Man ich wollte schon viel früher vorbeikommen, aber nie schien es gepasst zu haben. Wow, also das ist ja schon eine ziemliche Kugel muss ich sagen. Zeig mal wie beweglich du noch bist. Klappt unser alter Geheimhandschlag noch?“
„Ach, ich freu mich so für euch. Wurde aber auch echt langsam mal Zeit, dass ihr auch mit dem Nachwuchs anfangt.“, zwinkert Penny ihrer Schwester zu. „Aber sag mal, wie geht’s dir sonst so? Alles im Lot bei dir?“
„Ja, alles gut. Wobei unter uns“, sie winkt ihre Schwester näher zu sich. „Manchmal gehen mir die anderen schon ein bisschen auf die Nerven. Ich bin zwar schwanger, aber in Watte packen müssen die mich jetzt auch nicht.“
„Wenn es nach Papa geht, muss ich am Besten den ganzen Tag auf der Couch liegen und der Bruno würde mich am Liebsten ans Bett fesseln und mir alles vor die Füße tragen. Ich hab das Gefühl, dass er jedes Mal vor einem Herzinfarkt steht, wenn ich die Treppe rauf oder runter steige. Dabei bin ich doch noch gar nicht so schwerfällig. Noch geht das doch noch.“
„Die sind halt einfach nur besorgt um dich. Nimm dir das nicht so zu Herzen. Ist ja auch bald vorbei, bleibt ja kein Dauerzustand. Aber da sieht man ja doch schon ordentlich was. Darf ich mal fühlen?“
„Aber klar doch.“
„Oh, ich glaube es hat mich getreten. Wird bestimmt ein kräftiger kleiner Kerl oder Mädchen. Aber bei dem Papa ja auch kein Wunder. Und mal abgesehen von den überfürsorglichen Männern hier, wie geht es dir sonst so?“
„Na ja, was soll ich dir hier einen vorheulen? Du weißt ja wahrscheinlich am Besten was man so für Wehwehchen hat als Schwanger. Rücken tut weh, Füße kann ich gar nicht mehr sehen und ich fühl mich wie ein an den Strand gespülter Pottwal.“
Penny muss lachen. „Ja, das Gefühl kenne ich. Sag mal, im Keller steht doch immer noch die Massageliege, oder?“ Rosalie nickt. „Na dann lass und mal runter gehen, ich tu mal was gegen deinen Rücken. Ich hab neulich so einen Onlinekurs gemacht in Schwangerschaftsmassage, man weiß ja nie, wann man das nochmal gebrauchen kann und du bist jetzt mein erstes Opfer.“
Gekonnt legt Penny dann im Keller Handan an Rosalie und verschafft ihr ein wenig Entspannung.
Die ist auch gleich so entspannt, dass ihr aus Versehen ein kleiner Pups entweicht. Am liebsten möchte sie im Boden versinken so peinlich ist ihr das. Aber Penny verzieht nur ganz kurz das Gesicht und macht dann unbeirrt weiter. Schließlich weiß sie selbst am besten, dass man in der Schwangerschaft nicht immer alle seine Körperfunktionen unter Kontrolle hat.
„Oh mein Gott, fühlt sich das herrlich an.“, freut sich Rosalie, als sie von der Liege aufsteht und sich ohne Schmerzen strecken kann.
„So und jetzt weiter zu deinen Füßen. Da bin ich nämlich laut Mayumi auch eine Zauberin drinnen.“ Geschickt lotst sie ihre Schwester zum Massagestuhl und platziert sich direkt vor ihr.
Rosalie freut sich, dass sie endlich mal wieder ausgiebig mit ihrer Schwester quatschen kann und redet mit ihr über alles, was ihr auf der Seele brennt.
Am Abend fühlt sie sich immer noch so leicht von Pennys Massage, dass sie beschließt mal wieder zu versuchen ihren Mann zu verführen, also wenn der sich trotz rundem Bauch noch von ihr verführen lässt.
„Na Schatz, auf wen wartest du denn da so gespannt?“, fragt Bruno sie, als der ins Zimmer kommt.
„Blöde Frage, auf dich natürlich, auf wen denn sonst? Setz dich doch.“ Energisch klopft sie mit der Hand auf den freien Platz neben sich.
„Soll ich dir irgendwas bringen?“, fängt Bruno gleich wieder an. 
„Hast du Hunger oder Durst. Soll ich dir die Kissen aufschütteln?"
„Hmm, also wenn du so fragst, könntest du mir mal die Schultern massieren, die sind ganz schön verspannt.“ Dass das gar nicht stimmt, muss sie ihm ja nicht unter die Nase binden.
„Aber natürlich. Dreh dich mal ein bisschen.“
„Danke!“, haucht Rosalie. Das hat wirklich gutgetan.“ Zärtlich küsst sie ihn.
„Sag mal Bruno, was sagst du dazu, wenn wir heute Nacht mal wieder ein bisschen Spaß miteinander haben? Ich hab das Gefühl seit Selvadorada haben wir nur noch nebeneinander statt miteinander geschlafen. Wo ist denn deine Ungeduld hin?“
„Ich weiß ja nicht. Ist das denn gut fürs Baby?“
„Also jetzt mal im Ernst. Andere Schwangere haben auch Sex und die sind davon nicht gestorben und haben gesunde Babys auf die Welt gebracht. Da werden wir das ja wohl auch können. Ich bin zwar im Moment nicht die beweglichste und seh mehr aus wie ein Wal, statt wie ein Sim, aber wir können ja das Licht ausmachen.“
Jetzt ist aber Brunos männlicher Stolz auf seine Frau geweckt. „Ähm hallo, wenn wir das Licht ausmachen, kann ich dich doch gar nicht mehr sehen und auch nicht wie schön du bist. Also wenn du ein Wal bist, dann aber ein besonders attraktiver und hübscher und meiner.“, zwinkert er ihr zu. „Und ich bin ja beweglich genug noch, da kann ich ja die ganze Arbeit auf mich nehmen.“
Rosalie hat ihr Ziel erreicht und die beiden verschwinden für ein längst überfälliges Schäferstündchen unter der Bettdecke.

Auch in den letzten Tagen der Schwangerschaft bleibt Rosalie nicht von der Morgenübelkeit verschont. Fast täglich wird sie viel zu früh wach und verbringt den halben Morgen auf Toilette.
Trotzdem hat sie aber auch gefühlt immer Hunger und verputzt Unmengen ihres neuen Lieblingsessens „Rührei mit Speck“.
Auch hinterlässt die Schwangerschaft Spuren bei ihr und so fit wie sie am Anfang gedacht hat, wie sie ist, ist sie schon lange nicht mehr. Alles wird immer beschwerlicher, sogar das Anziehen.
Immer öfter schafft sie es noch nicht mal den ganzen Tag wach zu bleiben und muss sich spätestens gegen frühen Nachmittag ein bisschen hinlegen.
Als sie eines Abends mal wieder früh ins Bett gehen will, macht das Baby ihr da einen Strich durch die Rechnung.
„Ähm, Bruno ich glaub das Baby kommt. Mir ist gerade die Fruchtblase geplatzt.“
Tja und wie das so ist mit den großen starken Männern, die sonst kein Wässerchen trüben kann, wenn ihre Frau in den Wehen liegt, geraten sie total in Panik und vergessen jeden Plan, den man sich vorher zurecht gelegt hat.  


Fortsetzung folgt…

  





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