Montag, 26. November 2018

Die Krämers- Eine Hochzeit und die Flitterwochen (Teil 1)



Was bisher geschah: Liam feiert seinen Geburtstag und wird endlich ein Teen. Dabei liefert er sich gleich eine handfeste Schlägerei mit seinem Cousin.
Die Vorbereitungen für Brunos und Rosalies großen Tag laufen auch Hochtouren. Ums Essen kümmert sich Greg, der Garten ist hergerichtet für die Trauung und Rosalie hat ihr Traumkleid gefunden.

Nach schier endlosem Warten geht es endlich los. Als Rosalie hinaus in den Garten kommt und auf Bruno zugeht, stockt ihm kurz der Atem. ‚Was bin ich doch für ein Glückspilz‘, denkt er sich und lächelt seine Verlobte an.
„Du siehst wunderschön aus“ flüstert er ihr ins Ohr, als die beiden sich umarmen.

„Danke. Dieser Anzug steht dir aber auch exzellent.“, gibt sie das Kompliment zurück.
„Ich bin ganz schön aufgeregt. Weißt du das?“, gesteht Bruno ihr. „Aber ich bin froh, dass ich dich endlich bald meine Frau nennen darf.“ Er haucht ihr einen Kuss auf die Wange. 

„Na und was glaubst du wie glücklich ich darüber bin, dass wir zwei nach all den Strapazen vom Anfang hier stehen.“

„Aber weißt du noch mehr als auf die Trauung jetzt, freu ich mich eigentlich auf unsere ganz private Vereinigung nachher im Schlafzimmer.“, raunt er ihr zu.

„Also Bruno bitte, wir sind doch hier nicht alleine“, aber so schockiert, wie sie eigentlich klingen wollte, ist Rosalie dann doch nicht. Ganz im Gegenteil der Gedanke an die kommende Nacht gibt ihr nochmal so einen kleinen Push.

Aber dann wird es tatsächlich Zeit, dass sich die beiden mal wieder drauf besinnen, dass ihre Familie im Hintergrund anwesend ist und die auf die Trauung warten. Bruno hat für seine Liebste etwas ganz Besonderes vorbereitet, ein Ehegelöbnis. Er räuspert sich und beginnt vor allen Anwesenden die von ihm selbst verfassten Zeilen auswendig vorzutragen.

„Liebste Rosalie. Wir hatten ja nun einen recht holprigen Start miteinander. Bei mir war es damals bei euch genau hier in diesem Garten Liebe auf den ersten Blick. Du hast da gestanden in deinen Badesachen und wolltest irgendwie nicht so richtig dazu gehören, trotzdem konnte ich schon damals nicht den Blick von dir abwenden. Was bin ich froh, dass ich damals all meinen jugendlichen Mut zusammengenommen habe und dich angesprochen habe, auch wenn wir uns danach ein wenig aus den Augen verloren haben. Aber nie habe ich dich vergessen, deine kleine Stupsnase und deine rehbraunen Augen mit denen du ganze Eisberge zum Schmelzen bringen kannst. Kurz hatte ich tatsächlich die Hoffnung auf eine Zukunft mit dir aufgegeben, doch zum Glück hast du so viele liebe Menschen um dich rum, die dafür gesorgt haben, dass ich noch eine Chance bei dir bekomme.“ Er hält kurz inne und blickt liebevoll in die Gesichter von Penny, Greg und Svea. Dann fährt er fort. „Seit diesem Tag, an dem du mich in dein Leben gelassen hast, bin ich der glücklichste Mann auf Erden. Du hast mein Herz wieder zusammengeflickt und es mit deiner Liebe gefüllt. Ohne dich bin ich gar kein richtiger Mensch mehr.  Dass ich dir heute jetzt und hier einen Ring an den Finger stecken darf, der symbolisiert, dass wir für immer zusammengehören, ist für mich die Krönung der letzten Monate mit dir und auch der Beginn von noch etwas viel Schönerem. Und ich verspreche dir und deiner Familie, dass ich ab heute und bis zu meinem Tod immer auf die Acht geben werde. Keiner soll dir jemals ein Leid zufügen können. Sie dir gewiss, dass meine Liebe für dich ewig währen wird und du mich nie wieder los werden wirst.“ Damit beendet Bruno seine Liebeserklärung an seine Baldehefrau und diese ist ganz gerührt, von den schönen Worten ihres Liebsten.
Dann kommt der Moment, in dem die beiden die Ringe tauschen und dabei hat dann auch Rosalie noch ein kleines Gelöbnis für Bruno vorbereitet. „Also ich kann deine Rede von vorhin zwar nicht toppen, aber ich verspreche, dass ich dich immer lieben werde und ich möchte dich nie wieder in meinem Leben missen. Du bist mein Mittelpunkt geworden und das ist auch gut so. Bruno Windhain ich liebe dich bis zum Mond und wieder zurück und bin die glücklichste Frau auf der Welt, wenn ich dir jetzt diesen Ring an den Finger stecken kann.“

Endlich dürfen die Zwei ihren Bund mir einem Kuss besiegeln.
    
Dabei müssen sie dann doch schon aufpassen, dass sie sich irgendwann wieder voneinander lösen.
Weiter geht es dann mit dem traditionellen ersten Stück vom Kuchen.

Obwohl beide immer noch Schmetterlinge im Bauch haben, schaffen sie es trotzdem die Gabeln ohne große Zwischenfälle in ihre beiden Münder zu befördern. Und dann ist das Buffet auch schon eröffnet und alle schlagen kräftig zu.

Auch wenn Liam und Ken sich beim letzten Aufeinandertreffen nicht sonderlich gemocht haben, hält Teenagergroll ja nie lange an und die beiden stehen fröhlich lachend nebeneinander.
Ken hat Liam nämlich dieses megawitzige Prankvideo gezeigt, dass gerade in der Schule die Runde macht, bei dem einer der Lehrer so richtig aufs Korn genommen wurde.
Weil die Hochzeit ja im krämerischen Garten stattfindet, hat Penny sogar Emilia mitgebracht, die sich auch köstlich amüsiert und für ihr zartes Alter eine ganz schön flotte Sohle aufs Parkett legt.

Und als sie dann müde und quengelig wird, ist Oma sofort zur Stelle, um sie zu trösten und in den Arm zu nehmen.

Rosalie wird derweil von ihrem Onkel Ben in Beschlag genommen, der den beiden frischgebackenen Eheleuten auch gratulieren möchte.

„Herzlichen Glückwunsch Rosalie und natürlich auch dir Bruno. Ach ist das schon zwei so junge Menschen glücklich vereint zu sehen.“ Ben setzt sich und fängt an von früher zu sprechen. „Man jetzt bist du auch schon wieder so groß. Ich erinnere mich noch, wie du als kleiner Knopf hier durchs Haus gewuselt bist. Es kommt mir so vor, als wäre es erst gestern gewesen, aber sie dich mal an. Jetzt bist du verheiratet und auch mein Ken macht bald schon seinen Abschluss. Wie die zeit verfliegt.“, schwärmt er.
Zum Abend neigt sich die Feier langsam dem Ende zu und die ersten Gäste machen sich auf den Heimweg. Gelegenheit für Svea ihrer Tochter endlich das Hochzeitsgeschenk von ihr und dem Rest der Familie zu überreichen.
„Bruno, Rosalie kommt doch mal bitte her, ich habe hier noch was für euch. Das kommt von uns allen.“, lächelnd überreicht sie den beiden ein großes Geschenk.
Als Rosalie den Deckel abnimmt, ist sie ein wenig verdutzt. „Ähm, also nicht, dass ich undankbar sein möchte, aber findet ihr wirklich, dass wir hier in Brindelton Bay eine Machete brauchen? So schlimm sieht unser Garten nun auch nicht aus.“ 

Svea muss bei diesem Kommentar laut auflachen. „Süße, guck doch nochmal genauer hin. Vielleicht ist da ja noch mehr drinnen. Etwas wofür man die Machete durchaus gebrauchen kann.“

Rosalie guckt noch einmal in das Paket und zieht einen großen Umschlag heraus. „Das mein liebes Kind sind zwei Erste-Klasse-Tickets nach Selvadorada. Es ist alles gebucht, Flug, Unterkunft, ich braucht euch um nichts zu kümmern. Das ist unser Geschenk an euch, vier Tage Flitterwochen im Dschungel. Ihr wart so mit den Vorbereitungen beschäftigt und habt euch ja auch hier im Haus immer um alles mitgekümmert, dass wir beschlossen haben uns darum zu kümmern. Wir hoffen euch gefällt das Geschenk.“
„Oh Mama, das ist so toll. Vielen Dank. An Flitterwochen haben wir tatsächlich nicht gedacht. Ihr seid die Besten.“ Glücklich umarmt sie ihre Mutter.
„Gern geschehen. Das ist das doch das Mindeste. Wir haben auch schon alles vorbereitet. Eure Koffer sind gepackt und morgen früh könnt ihr losfahren. Ihr müsst nur das Taxi zum Flughafen selber rufen.“ Noch einmal drückt sie ihre Mutter ganz fest und macht sich dann auf den Weg nach oben, um das Kleid gegen etwas Luftigeres zu tauschen. Währenddessen hilft Bruno dem Rest der Familie noch beim Aufräumen. 
Er muss sowieso noch ein bisschen die Zeit totschlagen, weil seine Frau ihn angewiesen hat ja nicht zu schnell nach oben zu kommen, damit sie noch ihre Überraschung vorbereiten kann.
Rosalie hat nämlich all ihre Scheu beiseitegelegt und sich für die Hochzeitsnacht ein paar sexy Dessous gekauft mit denen sie Bruno im Schlafzimmer empfangen will.

Als dieser dann schließlich durch die Tür kommt, muss er sich gleich erstmal setzen, weil er so überwältigt ist von ihrem Anblick. „Ehrlich Schatz, ich glaube du bist die hübscheste Frau, die jemals auf Erden gewandelt ist.“
„Na du bist aber heute kitschig drauf“, kichert sie verlegen in sich hinein.

„Ich meine das aber wirklich ehrlich und ich glaube ich kann dir das gar nicht oft genug sagen. Du bist wirklich wunderschön. Aber nicht nur heute in dem Kleid oder in diesen wirklich sexy Dessous.“
Bewundernd blickt er an ihr herab. „Nein, egal was du anhast, für mich wirst du immer die schönste Frau sein und ich glaube seit ich dich kenne, habe ich keine Frau getroffen, die dir auch nur ansatzweise das Wasser reichen kann. Wobei ich sagen muss am schönsten finde ich dich ja sowieso ohne Kleidung, nackt in meinen Armen. Was meinst du kommst du mit rüber zum Bett und versuch dich mal aus diesen Klamotten zu befreien?“ Nichts lieber als das. Und obwohl sie eigentlich hundemüde ist, kann sie Brunos Vorschlag einfach nicht ausschlagen und zusammen machen sie sich auf den kurzen Weg zum Bett.

Dort angekommen ist Rosalies Müdigkeit aber ganz schnell verflogen bei der Aussicht auf das, was jetzt kommen wird.

Bruno hätte sie ja die am Liebsten die ganze Nacht durchs Bett gescheucht, aber da sie ja am nächsten Morgen früh aufbrechen wollen, gönnt er ihr dann doch widerwillig ein paar Stunden Spaß. ‚Wir haben ja jetzt vier Tage Zeit um das Nachzuholen.‘, grinst er in sich hinein, als er noch aufgekratzt und hellwach neben der schlafenden Rosalie liegt. Am nächsten Morgen bestellt Bruno dann das Taxi zum Flughafen und die beiden machen sich auf in ihre Flitterwochen.


In Selvadorada angekommen herrscht dort traumhaftes Wetter.
 
Da das Flugzeugessen aber eher bescheiden war, ist ihre erste Amtshandlung in der Unterkunft erst einmal ordentlich zu frühstücken. Zum Glück hat Greg ihnen mehr als genug Verpflegung eingepackt.
Die kurze Nacht und der wenig erholsame Flug zollen allerdings ihren Tribut bei Rosalie, die sich schlapp und ausgepowert fühlt. Deswegen muss sie sich nach dem Essen ein bisschen hinlegen.

Das stört Bruno aber nicht. Er geht einfach so lange die Umgebung schon mal erkunden und findet auf Anhieb ein paar interessante Gesteinshügel. ‚Vielleicht finde ich darin ja ein schönes Geschenk für meine Frau.‘, überlegt er und beginnt gleich die Formation zu bearbeiten.

Ein Stückchen weiter findet er sogar noch einen viel interessanteren Hügel. Penny hat ihm im Stillen geraten, dass er genau solche Hügel ziemlich genau unter die Lupe nehmen soll. Darin können sich manchmal richtige Schätze verbergen. Also macht Bruno sich gekonnt an die Arbeit.

Am frühen Nachmittag ist dann auch Rosalie wieder fit und die beiden machen sich auf den Weg zum einheimischen Markt. Rosalie ist richtig beeindruckt von der Statue, die die Mitte des Platzes säumt. Das letzte Mal, als sie hier war, war sie noch so klein, dass sie sich an kaum was erinnert und diese Flitterwochen sind für sie, als wäre sie das erste Mal hier und kann alles ganz bewusst wahrnehmen.
Plötzlich wird sie von einer heftigen Übelkeit erfasst.
„Ich glaub ich vertrag das Flugzeugessen nicht so gut. Mir ist ganz übel. Was war da bloß drinnen?“
„Keine Ahnung. Ich merke nichts. Aber ich hab auch einen Magen aus Stahl. Das war bestimmt das Fleisch. Das roch doch schon ein wenig seltsam. Wir hätten das lieber liegen lassen sollen.“
„Jetzt ist auch zu spät.“, Rosalie muss fast würgen. „Geh du dich doch schonmal umgucken, ich verschwinde mal eben nach da hinten.“ Im Eilschritt sucht sie die öffentliche Toilette auf und das Flugzeugessen verabschiedet sich in die Kanalisation von Selvadorada.

Bruno hat derweil an einem der Stände einen Einheimischen gefunden, der ihm bereitwillig Auskunft gibt, über die Sehenswürdigkeiten des Ortes.

Und dann erzählt ihm der Standbetreiber eine unglaubliche Geschichte von einem alten Tempel im Dschungel, den sogar Touristen aussuchen können, sofern sie denn den Gefahren im Urwald trotzen wollen.

‚Uh, das klingt ja aufregend.‘, freut sich Bruno. Das muss er unbedingt machen. Muss er nur noch seine Frau davon überzeugen. Als diese zurückkommt, geht es ihr immer noch nicht besser, aber sie will ihrem Mann nicht die Flitterwochen vermiesen, also stimmt sie zu mit ihm in den Dschungel zu gehen. ‚Was soll schon passieren?‘, denkt sie sich. Schließlich war sie ja laut ihren Eltern als kleines Kind auch schon mal dort gewesen und hat es heil wieder raus geschafft. Sofort machen die zwei sich auf den Weg zum Anfang des Dschungels und Bruno schwingt voller Enthusiasmus die Machete und haut ihnen den Weg frei.

‚Na wer weiß, wie lange wir da drinnen festsitzen. Ich geh lieber nochmal auf Toilette sonst muss ich am Ende noch in irgendeinen Busch pinkeln.‘

Als Rosalie aus dem Klohäuschen wieder rauskommt, ist Bruno plötzlich weg.

„Hat der mich jetzt hier alleine gelassen oder wie?“, fragt sie laut.
Das hat er aber nicht. Bruno ist einfach schonmal vorgegangen, um nachzusehen, ob die Luft rein ist und seine Liebste im gefahrlos folgen kann. Eine weise Entscheidung wie sich herausstellt, denn auf der anderen Seite des Tores wird er sofort von bösen Bienen und anderen Insekten angefallen.

Und wenn er sich nicht irrt, ist da doch gerade eine Schlange aus dem Unterholt gekrochen.

Zum Glück ist das alles verschwunden, als Rosalie durch das Tor geht. „Ähm, könntest du eventuell auf mich warten. Sonst verlauf ich mich am Ende noch und du musst mich suchen und nicht den Tempel.“ „Entschuldige, ich war so aufgeregt. Passiert nicht wieder versprochen.“ Er gibt ihr einen Kuss und sie ziehen gemeinsam weiter. Das nächste Hindernis ist eine gefährlich lange und wackelnde Brücke.

„So richtig vertrauenserweckend sieht die aber nicht aus.“, findet Rosalie.
„Ich geh vor und check die Lage. Bleib einfach ganz dicht hinter mir, dann passiert dir schon nichts.“

Belohnt werden die beiden mit dem Ausblick auf einen herrlich romantischen Wasserfall.

Bruno will schon wieder weiter rennen, aber Rosalie hat genug davon so gehetzt durch den Dschungel zu laufen. ‚Ich bin doch nicht hier, um den ganzen Tag nur irgendwo hin zu rennen. Und dabei war das doch Bruno, der groß rumgetönt hat, dass ich vier Tage vor lauter Sex kein Auge zutun werde.‘, denkt sie sich und hält ihren Mann auf.
„Sag mal Schatz, Dschungel erkunden schön und gut, aber hatten wir nicht auch noch was anderes vor?“, lasziv wirft sie sich in Pose.

 „Ehrlich jetzt Liebling hier?“
„Ich verspreche dir, wenn wir wieder in der Unterkunft sind, erfüll ich dir im Bett jeden Wunsch, den du hast.“, versucht er sie abzuspeisen.
Doch so leicht gibt Rosalie nicht auf. „Das dauert mir aber zu lange. Außerdem ist hier doch keine Menschenseele und dann dieser romantische Wasserfall im Hintergrund und dieser Busch, der hier so günstig herumsteht.“
 
 Die ganze Zeit während sie spricht lässt sie gekonnt ihre Hüften kreisen und klimpert mit den Wimpern. Und je länger der Bruno ihr dabei zusieht, desto weniger kann er ihr wiederstehen.

„Oh du kleine Hexe. Erst gestern Abend so früh einschlafen und mich jetzt verführen wollen. Mach nur weiter so, dann hast du mich gleich soweit.“ Das lässt Rosalie sich ja nicht zweimal sagen und schon hat sie den Bruno weich getanzt und er kann nicht mehr an sich halten.
„Ok, du hast gewonnen.“, zwinkert er ihr zu.
„Aber erwarte jetzt bitte keine Glanzleistung von mir. Mit Büschen hab ich auch noch keine Erfahrung.“ Das ist Rosalie sichtlich egal. Sie ist total stolz auf sich, dass sie es tatsächlich geschafft hat ihren Mann zu verführen.

Und obwohl sie nur diesen Busch zur Verfügung haben für ihr Liebesspiel bringen sie auch den ganz schön zum Wackeln.

Zum Glück ist tatsächlich so gut wie nichts los im Dschungel und die beiden können verstohlen und befriedigt den Busch wieder verlassen.

So ein kleines Buschabenteuer zwischendurch macht einen aber doch ganz schön hungrig und während Bruno sich an das nächste zugerankte Tor macht, verspeist Rosalie was von dem mitgebrachten Essen ihres Vaters und beobachtet dabei verstohlen ihren Ehemann, der echt sexy aussieht, wie er so die Machete schwingt.

Bruno hat aber schon wieder ganz andere Probleme, als er plötzlich von einem Schwarm Plasmafledermäuse angegriffen wird.

„Scheiße, ist das gefährlich hier, damit hätte ich ja nicht gerechnet, wo das doch als Touristenattraktion angepriesen wird.“
Zum Glück werden sie im nächsten Abschnitt endlich mal ein bisschen für ihre Mühen belohnt und die ganzen Strapazen, die sie bis jetzt auf sich genommen haben. In einer Truhe mitten im Dschungel findet Rosalie nämlich einen kleinen Schatz und jede Menge Ausrüstungsgegenstände.


„Ach verdammt, ich wusste doch, dass ich hier keine Toilette finde“, ärgert sich Rosalie, als sie sich fast in die Hosen macht. „Jetzt muss ich doch ernsthaft in die Büsche hier pinkeln.“, verstohlen guckt sie sich nach ihrem Mann um, der aber viel zu beschäftigt ist mit seiner Machete und gar nicht auf sie achtet.

Aber kaum ist sie im Busch verschwunden, kommt sie auch schon schreiend wieder raus.
Denn auf ihrer Schulter hat sich ganz selbstverständlich eine Spinne niedergelassen und scheint es da ganz schön zu finden. Egal, wie doll sie rumfuchtelt, die Spinne will einfach nicht runter gehen. Bruno hätte seiner Liebsten ja geholfen, wenn er nicht selber ganz andere Probleme gehabt hätte. Beim Tor von den Ranken befreien, hat er nämlich eine versteckte Falle ausgelöst und einen Giftpfeil in seinen Allerwertesten kassiert. „Schatz du sieht aber gar nicht gut aus. Wollen wir nicht lieber zurück gehen“, Rosalie ist ganz besorgt um ihren Mann.

„Ach was. Jetzt sind wir schon so weit gekommen. Das ziehen wir jetzt durch. So ein bisschen Gift haut mich schon nicht um.“, versucht er sie zu beruhigen. So richtig überzeugt ist Rosalie aber nicht.
„Vielleicht hilft es ja, wenn ich einfach nackt in diese königlichen Quellen springe.“, redet er weiter und ist schon nackt. „Angeblich sollen die ja heilende Wirkung haben.“


„Meinst du nicht, es ist besser, wenn du dir mal wieder was anziehst?“, fragt Rosalie ihn vorsichtig, als er ohne Kleidung das nächste Tor freilegt.

„Die alten Omiscaner hatten auch keine Kleidung. Das geht auch so. Da fühlt man sich gleich der Natur viel näher“, gibt er zurück.
‚Na toll, jetzt redet er auch noch wirres Zeug.‘, schüttelt sie den Kopf. Zum Glück ist dieses Tor das letzte vor dem Tempel. Aber auch im Tempel wird der Weg nicht einfacher. Bevor sie überhaupt weiter in den Tempel eindringen können, müssen sie einen im Tempel liegenden Graben durchschwimmen. Außerdem hat Rosalie schon wieder Hunger.

„Das hätte ich lieber lassen sollen.“, denkt sie sich noch, bevor ihr schon wieder übel wird.

„Ich glaube mein Magen kommt mit dem Klima hier nicht klar. Das kann ja nicht immer noch das Essen aus dem Flugzeug sein.“ Sie merkt dabei gar nicht, wie sich von hinten der Wächter des Tempels an sie heranschleicht und seine Glutwürmchen auf sie hetzt, um die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden.

Plötzlich steht Rosalie in Flammen.

„Ähm, Bruno, könntest du vielleicht kurz…“, sie wird ganz panisch. Aber Bruno ist mehr mit den Tempelrätseln beschäftigt und bekommt durch das Gift eh nichts mehr mit.
Selbst ist die Frau und so schnappt sie sich einen Feuerlöscher, der seltsamerweise da an der Wand hängt und löscht sich halt selber.

„Na toll. Was passiert denn noch alles. Bis jetzt sind das echt bescheidene Flitterwochen.“, ärgert sie sich, als sie da so verkohlt und verdreckt im Tempel steht.  Zum Glück hat sie noch in der Unterkunft geistesgegenwärtig eine große Flasche Wasser eingesteckt und kann sich den Dreck wenigstens ein bisschen von der Haut waschen.

Bruno ist mittlerweile dazu übergegangen einfach wahllos irgendwelche Hebel zu betätigen, weil er einfach nicht mehr weiterweiß.

Im Nachhinein nicht eine seiner besten Ideen. Denn natürlich löst er prompt den falschen Mechanismus aus und erhält dafür eine Ladung Knochenstaub ins Gesicht. Auch sein ganzer Mund ist voll davon und er muss husten. Rosalie reicht es jetzt und spricht ein Machtwort. „So Feierabend. So kommen wir hier nicht weiter. Du bist vergiftet und weißt gar nicht mehr was du tust und ich bin gerade eben fast verbrannt worden. Das macht keinen Spaß mehr. Außerdem hab ich Angst, dass du mir gleich zusammen klappst. Wie gehen jetzt zurück in unsere Unterkunft. Dann besorgen wir dir ein Gegengift und können gerne morgen nochmal über die Dschungelsache reden. Abmarsch jetzt.“, damit packt sie Bruno am Ärmel und zieht ihn mit, wobei dieser sich sowieso nicht mehr groß wehren kann, denn das Gift setzt ihm doch mehr zu, als er vor seiner Frau je zugegeben würde.


Wieder zurück setzt Bruno sich erstmal an den PC und bestellt per Expressdrohnenlieferung ein Gegengift.

Damit auch die letzten Reste des Giftes aus ihm rausgedampft werden, setzt er sich danach eine Runde in den Whirlpool.

‚Wo ist eigentlich meine Frau?‘, fragt er sich plötzlich. ‚Vorhin im Dschungel macht sie noch einen auf Verführerin und jetzt sitze ich hier alleine im Whirlpool.‘ So geht das nicht, beschließt er und macht sich auf die Suche.

Rosalie hat sich, während ihr Mann im Whirlpool saß, an den PC gesetzt und recherchiert, wie man sich ordentlich auf einen Ausflug im Dschungel vorbereitet. Sie gönnt ihrem Mann ja das Abenteuer, aber nicht noch einmal so unvorbereitet wie heute. Allerdings möchte sie ihn mit dem erneuten Abenteuer überraschen, deswegen klickt sie schnell irgendein Onlinespiel an und tut so, als wenn sie das schon die ganze Zeit spielt, als sie seine Schritte auf der Treppe hört.

„Schatz“, ruft Bruno anklagend beim Betreten des Zimmers. „Also echt jetzt. Vorhin am Wasserfall beschwerst du dich noch, dass wir nicht genug auf Tuchfühlung gehen und jetzt sitzt du hier lieber am Computer, statt mit mir im Whirlpool. Das kannst du doch auch zu Hause machen. Komm doch lieber runter zu mir und ich zeig dir was viel Spaßigeres.“, raunt er ihr zu, während er ihr zärtlich am Hals knabbert.

„Schließlich bin ich wieder topfit und für jede Schandtat bereit.“

Bis zum Whirlpool kommen die beiden allerdings gar nicht erst. Der ist dann doch ziemlich weit weg und das Bett so verführerisch nahe. Da muss man ja nur alle Klamotten von sich schmeißen und kann schon für ein paar Stunden unter der Decke verschwinden und alles Mögliche miteinander anstellen.

Da der Tag doch noch nicht so weit fortgeschritten ist, wie die beiden dachten und sie nach dem Bettsport ziemlich aufgekratzt sind, machen sie sich erneut auf zum Markt, um die örtliche Bar unsicher zu machen. Außerdem hat Rosalie schon wieder Hunger und möchte jetzt mal die einheimischen Gerichte probieren.
[kurzer Zwischeneinwurf: Die Einheimischen sind schon krass drauf in Selvadorada. Guck mal wie der Barmann da rumläuft. ^^]

Auf dem Markt angekommen steht da schon wieder so ein Stand mit Abenteuerausrüstung.

 ‚Ich würde es ja schon gerne nochmal versuchen‘, denkt sich Bruno. ‚Muss ich nur noch Rosalie davon überzeugen. Und auf alle Fälle geh ich da nicht nochmal so blindlinks rein ohne Vorbereitung.‘
Deswegen kauft er einfach gleich den ganzen Stand leer. Besser Zuviel als Zuwenig und der Standbetreiber freut sich, kann er schneller Feierabend machen.

Rosalie hat derweil den Essensstand gefunden und bestellt sich ein Gericht, dessen Name sie nicht mal aussprechen kann, aber das echt lecker aussieht.

Als Bruno dann soweit ist und sich auch was zu Essen kaufen will, hat der Stand plötzlich zu.
‚Na toll. Und was soll ich jetzt essen?‘, fragt er sich. Ihm bleibt also nur der Gang zur Bar in der Hoffnung dort wenigstens ein paar Knabbereien erstehen zu können. Als er durch die Tür tritt, bleibt er abrupt stehen. Der Typ, der da an der Bar sitzt, kommt ihm seltsam bekannt war, auch wenn er ihn nur von hinten sehen kann.

Aber dann steht der Mann auf und fängt an zu tanzen und jetzt ist Bruno sich ganz sicher, wen er da vor sich hat, schließlich hat Penny ihm ja ein Foto gezeigt von dem miesen Kerl, der sie damals ausnehmen wollte.

Bruno atmet einmal tief durch und setzt sich erstmal an die Bar. Schließlich will er nicht gleich einen Streit vom Zaun brechen. Trotzdem ist er ganz schön aufgebracht.

Eine Weile beobachtet er den Kerl nur, aber als der anfängt naive Touristinnen anzubaggern, platzt ihm dann doch die Hutschnur und er steht auf. „Hey du, was soll denn das hier werden?“, fragt er Matías erzürnt.

„Ey man, pack mich nicht an. Was hast du denn für ein Problem?“
„Das erklär ich dir gerne. Du bist mein Problem. Hier unschuldige Touristen angraben und sie dann später ausnehmen wollen. Was glaubst du eigentlich wer du bist.“

Über diese Anschuldigungen kann Matías nur müde lächeln.
„Ach ja, und wer bist du, dass du mir solche Sachen unterstellst? Hast du Beweise oder rennst du einfach nur gerne durch Bars und vergraulst die Kundschaft?“
„Tja, leider weiß ich nur zu gut, was du für eine miese kleine Ratte bist. Du hast nämlich vor einiger Zeit genau diese Masche bei meiner Schwägerin gefahren und ihr das Herz damit gebrochen. Hast ihr weisgemacht, dass du sie magst und sie treffen willst, nur damit du an ihr Geld rankommst und sie dein Ticket hieraus ist. Gut, dass Penny vorher dein mieses Spiel durchschaut hat und dich zurückgewiesen hat. Ich hätte trotzdem gut und gerne Lust dir eine Lektion zu erteilen.“

„Penny? Diese kleine Rothaarige aus, wie war das noch? Pudelton Bay oder so? Die mit der stinkreichen Familie?“ Nur zu gut, erinnert er sich an die Frau, die ihn damals so gedemütigt hat und ihm Wasser ins Gesicht geschüttet hat. Die wird er so schnell nicht vergessen, aber sich wegen der hier so fertig machen zu lassen, das lässt er sich nicht gefallen. „So, jetzt hörst du mir mal zu. Kann ich doch nichts dafür, dass diese naive Rothaarige gleich beim ersten Kompliment fast aus ihrem Höschen springt. Ich hab ihr überhaupt nichts getan, sie ist doch zu mir angekrochen gekommen und wollte getröstet werden, als sie Probleme zu Hause hatte. Und dann beleidigt sie mich auch noch. Die Kleine hatte ein Rad ab, das war los. Und jetzt schickt sie mir ihren Schwager vorbei und meint mich noch weiter beleidigen zu müssen.“

Jetzt reicht es Bruno. Vorbei ist es mit seiner Geduld.

„So, pass mal auf mein Freundchen, jetzt hast du es übertrieben. Sie hat niemanden vorgeschickt. Aber wir in BRINDLETON Bay passen aufeinander auf und legst du dich mit einem von uns an, dann mit uns allen.“ Und schon beginnt Bruno eine handfeste Schlägerei.

Die ganze Zeit über dominiert Bruno den Kampf. Er hat Matías dein ein ums andere Mal im Schwitzkasten und Matías hat keine Chance.

Doch plötzlich spürt Bruno einen dumpfen Schmerz im Oberarm und ihm wird ganz schwummerig. Er muss den Kampf beenden.

„Was zur Hölle…“, fängt er an, als er in Matías süffisant grinsendes Gesicht blickt. „Was war das denn bitte? Was hast du gemacht?“

„Nichts“, gibt dieser hämisch zurück. „Hab dir nur geholfen dich zu beruhigen.“ Bruno sieht noch, wie er irgendwas metallisch glänzendes, spitzes in seiner Hosentasche verschwinden lässt.
„Noch nicht mal fair kämpfen kannst du, die hinterhältige, feige Ratte. Sei froh, wenn ich dich nicht anzeige deswegen. Und lass dich bloß nie wieder in Brindleton Bay blicken, sonst kannst du dein blaues Wunder erleben. Dann lernst du mich richtig kennen, dann verzichte ich auch auf Fairness und du wirst dir wünschen nie geboren worden zu sein. Halt dich ja fern von meiner Familie.“


Mit diesen Worten macht er auf dem Absatz kehrt und verlässt die Bar, bevor er noch wirklich aus den Latschen gibt, wegen diesem dubiosen Zeug, was Matías ihm gespritzt hat. Er macht sich auf die Suche nach Rosalie, die von der ganzen Sache nichts mitbekommen hat und sich auf dem Markt noch mal ein bisschen bei den Händlern schlau macht.

„Schatz du wirst nicht glauben, was mir in der Bar gerade passiert ist.“, aufgeregt unterbricht er ihr Gespräch mit dem Standbetreiber und erzählt ihr, was passiert ist.

Rosalie ist schockiert. „Oh mein Gott Bruno. Lass uns bloß zum Arzt fahren, wer weiß, was das war.“
„Nein, nein schon gut. So schlimm ist es gar nicht. Ich fühl mich nur ein bisschen schwummerig. Ich kann mir schon denken, was das war. Damit hab ich ihm Job tagtäglich zu tun. Eine Runde Schlaf und mir geht’s wieder gut. Lass uns gehen, ich glaube für heute hatten wir genug Aufregung.“
Geknickt und gedemütigt macht sich Bruno mit seiner Frau zurück auf den Weg zur Unterkunft in der Hoffnung, dass die restlichen Flitterwochen schöner werden, als der erste Tag.

Fortsetzung folgt…







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